In Außenanlagen installierte Ladeinfrastruktur (Betriebshöfe, Parkplätze, Vorplätze) sind elektrische Anlagen und Betriebsmittel, die sowohl dem EU-Produktsicherheitsrecht als auch den deutschen Betreiberpflichten aus dem Arbeitsschutzrecht unterliegen. Eine vollständige Dokumentation weist die Konformität mit der Niederspannungsrichtlinie (Richtlinie 2014/35/EU) und der 1. ProdSV, sowie mit den DGUV Vorschriften 3/4 und den Prüfanforderungen nach VDE 0701/0702 nach (nach Reparatur/Änderung und bei wiederkehrenden Prüfungen). Die folgende Gliederung beschreibt die wesentlichen Unterlagen, deren Inhalte, Verantwortlichkeiten und den Einsatz im FM-Alltag — unter ausdrücklicher Berücksichtigung der DGUV-Informationen 203-070/203-071 für Ladeinfrastruktur in Außenbereichen.
Nachweis, dass Ladeinfrastruktur im Außenbereich nach Reparatur/Änderung (VDE 0701) und in wiederkehrenden Intervallen (VDE 0702) geprüft wurde. Erfüllt die Betreiberpflichten nach DGUV-V 3/DGUV-V 4 mit Anwendungshinweisen aus DGUV-I 203-070/203-071. Gilt für Arbeitsstätten innerhalb und außerhalb von Gebäuden.
Prüfende Elektrofachkraft bzw. Prüfdienst erstellt und unterschreibt; Facility Manager/Betreiber genehmigt, archiviert und sorgt für Nachverfolgung.
Praktische Hinweise
- Witterungseinflüsse verkürzen Intervalle; risikobasiert anpassen. - Mängel → Arbeitsauftrag, Nutzung bis zur Behebung einschränken. - Dokumentation mit eindeutigen Anlagenkennungen und Lageplänen verknüpfen. - Bei BG- oder Versicherungsprüfungen vorzulegen.
Erläuterung:
Für Außenladepunkte gilt VDE 0701 nach Reparatur/Änderung und VDE 0702 für wiederkehrende Prüfungen. DGUV-V 3/4 legen die Betreiberpflichten fest, DGUV-I 203-070/071 konkretisieren die Anwendung. Aufgrund der Außenexposition ist die Dokumentation der Umgebungsbedingungen zwingend, da diese Prüfintervalle und Sicherheitsmaßnahmen beeinflussen.
Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen (Elektrische Betriebsmittel)
Feld
Inhalt
Dokumenttitel/-art
Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen
Zweck & Anwendungsbereich
Sicherstellen, dass vom Hersteller bereitgestellte Anleitungen die sichere Installation, den Betrieb, die Reinigung und Wartung von Ladeinfrastruktur im Außenbereich gemäß Richtlinie 2014/35/EU und 1. ProdSV abdecken. Gilt für alle Liegenschaften mit Ladepunkten im Freien.
Hersteller stellt bereit; Facility Manager/Betreiber sorgt für Verfügbarkeit (deutsche Sprache) und Einbindung in SOPs.
Praktische Hinweise
- In der Technischen Dokumentation archivieren und vor Ort zugänglich machen. - Wartungspläne und Schulungen/Toolbox-Talks daraus ableiten. - Firmwarestände und Updates dokumentieren.
Erläuterung:
Gemäß Richtlinie 2014/35/EU und 1. ProdSV muss die Ladeinfrastruktur mit klaren Betriebsanleitungen geliefert werden. Im Facility Management bilden sie Grundlage für SOPs, Prüfpläne und Schulungen. Außenspezifika wie IP-Schutzart, Dichtungen oder Vandalismusschutz müssen in den Betrieb integriert werden.
Prüfbuch (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel)
Feld
Inhalt
Dokumenttitel/-art
Prüfbuch
Zweck & Anwendungsbereich
Zentralisierte Nachweisführung zu Planung, Durchführung, Ergebnissen und Mängelbehebung von Prüfungen elektrischer Anlagen — inkl. Außenladeinfrastruktur — als Compliance-Beleg nach DGUV-V 3.
Relevante Normen/Vorschriften
DGUV-V 3
Wesentliche Inhalte
- Anlagenregister (alle Ladepunkte mit Standortreferenzen Außenbereich) - Prüfgrundlagen (VDE 0701/0702) und Intervalle - Prüfplanung, Soll-/Ist-Terminübersicht - Einträge der durchgeführten Prüfungen (Datum, Umfang, Ergebnis, Prüfer) - Mängel und Nachbesserungen, Bestätigung Wiederholungsprüfung - Freigabeerklärungen „betriebsbereit“ - Unterschriften, Freigaben (Prüfer, Betreiber) - Querverweise auf Prüfprotokolle, Arbeitsaufträge, Handbücher
Verantwortlich
Betreiber/Facility Manager führt; Prüfer dokumentiert Ergebnisse; Vorlage an BG auf Anforderung.
Praktische Hinweise
- Ein digitales CMMS/EAM ist zulässig, wenn nachvollziehbar und manipulationssicher. - Nützlich für interne Audits und Schulungen. - Anlagenkennungen müssen mit Beschriftung im Feld übereinstimmen
Erläuterung:
Das Prüfbuch ist das zentrale Compliance-Instrument nach DGUV-V 3, in dem alle Prüfzyklen und Ergebnisse konsolidiert werden. Bei Außeninstallationen werden so witterungs-, vandalismus- oder verschmutzungsbedingte Risiken transparent erfasst und nachverfolgt.